Rekonstruktion des Freskenzyklus von der Tomba Francois (
die interaktiven Teile anklicken, um die Räume anzuschauen)
DER BAU
Die Tomba François ist auch „Tomba dei Saties“ genannt, nach dem Namen der reichen etruskischen Familie, die sie gründete.
Sie befindet sich in der Nekropolis von Ponte Rotto, zusammen mit anderen monumentalen Gräbern aristokratischer Familien, die von der zweiten Hälfte des IV Jh. bis zur vollen römischen Zeit genutzt wurden.
Das Beeindruckendste daran ist ihre Erhabenheit: der Drohmoos (Eingangsweg), nach Nord-Osten gerichtet, ist 31,5 m breit und 1,7 m lang und sogar von der Stadt sichtbar. Aus dem Drohmoos öffnen sich drei Nebenkammer und eine Grabnische.
Weiterhin kommt man in den Hauptraum, der die Form eines umgekehrten
T hat und auf dessen Seiten sich sieben symmetrisch gelegte Zellen öffnen. 46 m Fluglinie liegen zwischen dem Eingang und dem allerletzten Raum und die Tiefe erreicht bis zu 15 m. Alle Zellen, bis auf die VII, die rechteckig ist, haben einen unregelmäßigen trapezförmigen Grundriss.
Die Decken der Zellen sind meistens abfallend und gebogen, mit erhobenen Säulen; nur die Zelle III zeichnet sich als eine Kassettendecke, mit dem erhobenen Gesicht von Charos in der Mitte, ab.
Lageplan der Tomba François (
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DIE GEMÄLDE
Heute befinden sich die Fresken nicht mehr in dem Grab, denn 1862 wurden sie, im Auftrag von Fürst
Torlonia, von den Wänden abgelöst, nach Rom gebracht und dort in
Villa Albani aufbewahrt, wo sie für das Publikum nicht zugänglich sind.
Mit dieser CD-Rom wollen wir versuchen die Motive und Bedeutungen der Fresken anhand von Fotos der Originale und der Kopien aus der Zeit der Ausgrabung zu erläutern, und sie im wissenschaftlichen Bereich zu verbreiten. Die bemalten Räume sind die
II. , die III. und die VII. hinterste Zelle, wo die Gemälde - obwohl von unverantwortlichen Besuchern schwer beschädigt - noch vor Ort sind.
Bei allen Fresken handelt es sich um bekannte Episoden der griechischen Mythologie, die auf lokale Ereignisse bezogen sind. Die bedeutendste darunter zeigt den Sieg von Helden aus Vulci angeführt von
Mastarna - welcher später König von Rom mit dem Namen
Servio Tullio wurde - eine Streitmacht von Kriegern aus Rom und deren Alliierte (Etrusker aus Sovana und Volsinii). Das sollte auch als Beweis dafür dienen, dass die Römer von den Etruskern direkt beeinflusst wurden. Eine von der offiziellen römischen Geschichtsschreibung stets sorgsam verborgene Wahrheit.
Vel Saties, der Auftraggeber des Grabes beobachtete die kriegerischen Vorzeichen durch das Fliegen eines Vogels, welcher von dem jungen
Arnza an einer Schnur festgehalten wurde. Diese beziehen sich auf die oben genannte Schlacht gegen die Römer, die sich für die Etrusker als siegreich ergeben wird. Das zeigt, dass der ganze Freskenzyklus eine antirömische Funktion hatte und an Episoden der griechischen Mythologie angelehnt ist.
Genau gegenüber der Schlacht der Helden aus Vulci befindet sich eine weitere komplexe und dynamische Malerei, wo
Achilles mit dem Schwert einen trojanischen Gefangenen tötet und dessen Blut dem Schatten seines Freundes
Patrokles opfert, jenes Helden, der von Hektors Hand gefallen war.
Die Fotos stammen aus dem Buch von Francesco Buranelli (Hrsg.): La Tomba François di Vulci. Quasar Verlag, 1987.
Der Text und die Digitalverarbeitungen der Wände sind von Giacomo Mazzuoli.